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Was können Siegel überhaupt? / Netzwerk CleanEnergy

Heute möchte ich einige ausgewählte Artikel des CleanEnergy Projects in München vorstellen.
Ich hörte vom CleanEnergy Project das erste Mal im letzten Sommer. Es waren Mitglieder von CleanEnergy beim Vortrag von Bill McKibben, dem Gründer von 350.org (wer es nicht kennt, unbedingt einen Klick wert) in München und stellten kurz ihr Projekt vor. Ein aktives Netzwerk das in der DACH-Region regelmäßige Treffen, so genannte Network-Dinner, veranstaltet.

In Shanghai will China in diesem Jahr eine Konzeptstudie für das erste CO2-fressende Auto präsentieren:

Deutschen Wissenschaftlern gelang es, Ökostrom in Erdgas umzuwandeln. Das könnte ein wichtiger Erfolg auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien sein.

Der Wissenschaftsjournalist Daniel Goleman stellt in seinem Buch „Ökologische Intelligenz – Wer umdenkt, lebt besser“ dar, wie wir kollektiv unsere Lebensweise nachhaltiger gestalten können […], „wenn wir Konsumenten genau wüssten, welche der Dinge, die wir kaufen, zur Erhaltung unserer Gesundheit, zu Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit beitragen – und welche nicht, z.B. mit einer öffentlich zugänglichen Ökobilanz.
http://www.cleanenergy-project.de/8748/ 

Was mich in meinem Business Plan und darüber hinaus ständig beschäftigt, ist das Problem des Labelling. Wie kann ich garantieren, dass mein Produkt wirklich umweltfreundlich ist? Im Prinzip ist die Antwort einfach: keine Garantie, 100% Vertrauen.

Einen Ausschnitt aus meinem Businesslan:

Hierzu führten wir Marktbeobachtungen durch, indem wir zahlreiche, derzeitig verwendete Umweltsiegel und staatlich verordnete Energie-Kennzeichnungen prüften. Kennzeichnungsverordnungen nach EU-Gesetz, die den Verkäufer zu Kennzeichnung der Geräte verpflichten, existieren seit mehr als 10 Jahren. In den sieben Energieeffizienzklassen (A bis G) von z.B. Kühlschränken wird unseren Untersuchung zufolge die oberste Energieeffizienzklasse (A)[1], mit ca. 95% im Verhältnis zum Gesamtsortiment angeboten.[2] Hier fand seit der Verordnung im Jahr 1998 eine Entwicklung statt, die die Hersteller herausforderte, zunehmend verbrauchsärmere Geräte zu entwickeln. So konnte bereits in den Jahren 1998 bis 2001 eine erhebliche Effizienzsteigerung erreicht werden.[3] Hiervon kann in allen anderen Sortimenten der Elektronik ohne Kennzeichnungsverordnung nicht zwingend ausgegangen werden.
 
Nach eigenen Aussagen ist das Umweltsiegel Blauer Engel®:
„… das erste und bekannteste Umweltzeichen der Welt. Seit 1978 setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, die von  einer unabhängigen Jury nach definierten Kriterien beschlossen werden. [4]
Für z.B. Tastaturen und Drucker gelten spezifische Kriterien wie z.B. die Vermeidung von Schadstoffen für die Herstellung, ein geringer Energiebedarf (EnergyStar 4.0 vorausgesetzt) im Gebrauch oder die Recyclingfähigkeit.

[1] Es entstanden hier bereits weitere Energieeffizienzklassen (A+/A++), die keine Kennzeichnungsverordnungen darstellen. Ein Beispiel, dass hier eine Selbstregulierung durch die freie Marktwirtschaft stattfindet und lohnenswert ist.
[2] Angaben berufen auf eigenen Untersuchungen in den Webshops Quelle.de; Otto.de und Neckermann.de in der Kategorie Kühl- und Gefrierschränke aufgrund des guten Abschneidens (Platz 1-5) in der Eco-Choice Studie 2008, http://www.ecochoice.de/presse/aktuelle-studien.html).
[3] Vgl. Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (2001). Evaluierung zur Umsetzung der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV). GfK : Karlsruhe.
[4] Blauer Engel®. Abgerufen am 17. März 2009 von http://www.blauer-Engel.de

Sicher ist der Blaue Engel eine der vertrauenswürdigsten Siegel momentan, doch kann es nicht den Anspruch erfüllen für die Masse an Produkte in so unterschiedlichen Kategorien die Bewertung vorzunehmen. Es gibt zahlreiche weitere Siegel, man kann versuchen sich im Label-Dschungel zurechtzufinden, eine Hilfe dafür ist: http://www.label-online.de/

Bisher wird man jedoch keine zufriedenenstellenden Siegel für umweltfreundliche Produkte finden, insbesondere für Elektronikgeräte. Ausgenommen sind Bio-Lebensmittel, hierbei darf und kann man auf bisherige Siegel vertrauen. Demeter gilt hierbei als strengstes Bio Siegel für die Lebensmittelqualität.

Die EU hat jedoch Ende letzten Jahres die Ausweitung der Energiekennzeichnungspflicht beschlossen:
Nun sieht eine Novellierung der EU-Richtlinie vor, den Geltungsbereich auf „energieverbrauchsrelevante Produkte” auszuweiten und verpflichtend in der Print-, TV-, Radio- und Online-Werbung für diese Produkte auch auf deren Energieverbrauch, ihre Energieklasse oder Energieeinsparung hinzuweisen.
http://www.cleanenergy-project.de/magazin/2009/11/19/angaben-zum-energieverbrauch-von-produkten-bald-in-der-werbung-pflicht/

Ich habe mich selbst daran gemacht und habe mir eine Übersicht erstellt, die ich bald veröffentlichen will. Die volle Version hier, wenn möglich als Download, und eine abgespeckte Variante unter www.vireo-store.de

Wer sich übrigens genervt fühlt von Greenwashing, kann einen Verstoß gegen ehrliche Produktinformationen melden. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will nun verschiedene Werbeaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen und ruft, im Rahmen der Kampagne „für mich. für dich. fürs klima.”, Bürgerinnen und Bürger dazu auf Etikettenschwindel aufzudecken.

Nachtrag: Es gibt ein Neues Siegel vom Umweltbundesamt in Zusammenarbeit mit Bild.de und NoEngery. Gut ist, dass es den direkten Jahresverbrauch in € angibt.

Mehr unter:

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