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Was ist eigentlich … EEG?

Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ war vor allem im Herbst ein wieder sehr heiß diskutiertes Thema: Die Politik entzweit sich, was man damit machen soll. Die einen wollen daran festhalten, die anderen es abschaffen. Der normale Bürger weiß manchmal gar nicht, was damit eigentlich gemeint ist.
Vireo hat recherchiert zur Frage: Was steckt eigentlich hinter dem EEG?

EEG: Das Gesetz

Der deutsche Reichstag: Hier wurde das EEG beschlossen

Der deutsche Reichstag: Hier wurde das EEG beschlossen

EEG bedeutet voll ausgeschrieben „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“. Den vollen Gesetzestext, bereitgestellt durch das Bundesumweltministerium, findet ihr hier.
Es wurde im Jahr 2000 von der Politik erlassen, um die Einspeisung erneuerbarer Energien zu regeln und deren Produzenten feste Preise zu garantieren.

Beispielsweise kann so der Eigentümer eines Wasserkraftwerks für sich vorausberechnen, wie viel Geld er bekommt. Dass er bspw. für fünf Jahre eine bestimmte Energieleistung in seinem Kraftwerk produziert und diese Leistung zu einem festgelegten Mindestpreis an die Netzbetreiber verkaufen kann. Damit kann der Kraftwerkseigentümer besser rechnen und verwalten. Er hat Planungssicherheit.
Zudem sind die großen Netzbetreiber wie Eon, Vatenfall & Co. durch das Gesetz gezwungen, den Strom aus dem Wasserkraftwerk auch einzuspeisen. In früheren Jahren konnten die großen Energieunternehmen kleine lokale Energieproduzenten einfach ausstechen, indem sie ihnen den Zugang zu ihrem Stromnetz verwehrten. Das Gesetz soll aber sicherstellen, dass auch kleine Energieproduzenten eine Chance haben.

Weitere Infos zum Gesetz selbst findet ihr auch unter www.unendlich-viel-energie.de der Agentur für Erneuerbare Energien und www.erneuerbare-energien.de des Umwelt-Bundesministeriums.

EEG: Vorteile

Windkraft ist ein immer bedeutenderer Energielieferant.

Windkraft ist bereits ein bedeutender Energielieferant.

Ein großer und von vielen Verbänden und Organisationen gelobter Punkt beim EEG ist die gesetzliche Förderung regenerativer Energien in Form von Mindestpreisen. So wird der Energiewirtschaft ein Anreiz geschaffen, auf saubere Energien umzusteigen und so zum Umweltschutz beizutragen.

Die Mindestpreise bedeuten, dass Unternehmen immer einen bestimmten Betrag für eine Kilowattstunde Strom erhalten. Dieser Betrag darf eine bestimmte Grenze, eben den Mindestpreis, nicht unterschreiten. Er darf aber gern darüber liegen. Das gibt den Unternehmen Planungssicherheit, weil sie so besser kalkulieren und ihre Kosten und Gewinne berechnen können.

EEG: Nachteile

Gleichzeitig bedeutet diese gesetzliche Förderung durch den Staat aber auch einen groß und viel diskutierten Nachteil: die so genannte EEG-Umlage. Private Haushalte und Unternehmen müssen durch den so genannten „Stromcent“ die Förderung erneuerbarer Energien bezahlen.

Viele regenerative Techniken stecken noch in den Kinderschuhen und müssen entwickelt werden. Deswegen sind sie zurzeit auch noch sehr teuer. So ist etwa die Photovoltaiktechnik noch lange nicht ausgereift (wir berichteten). Allein könnten diese Techniken in einer nur auf Profit ausgerichteten kapitalistischen Wirtschaft nicht überleben. Daher die Förderung.

EEG: Streitpunkte

Immer häufigerer Anblick: Ein Hausdach mit Solarzellen
Immer häufigerer Anblick: Ein Hausdach mit Solarzellen

Doch gerade die Ausnahmen der Förderung sorgen für Unmut. In der zweiten Jahreshälfte 2012 wurden vor allem die Sonderregelungen für stromintensive Unternehmen angeprangert. Hier haben bereits hunderte Unternehmen in Deutschland eine Sonderregelung erhalten. Statt 5,2% müssen sie nur 1% EEG-Umlage zahlen. Manche Unternehmen sind sogar vollständig davon ausgenommen.

MDR Info hatte hierzu vor einiger Zeit eines jener Unternehmen in der Region Mitteldeutschland besucht und exemplarisch die Situation dargestellt. Den Audiobeitrag gibt es hier.

EEG: Fazit

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist eine gute Idee. Nachhaltige Energieträger lohnen sich – langfristig. Leider denken die meisten Menschen nicht in Jahren oder Jahrzehnten; bestenfalls in Monaten. Daher ist das EEG eine gute Idee. Doch wie immer müssen noch die Feinheiten angepasst werden.

Natürlich können wir das Thema EEG und erneuerbare Energie im Rahmen dieses Artikels nur ankratzen, sonst würde es den Rahmen sprengen. Dennoch hoffen wir, dass euch die grobe Übersicht weitergeholfen hat.
Weiterführende Infos findet ihr auch bei den folgenden Links:

Anmerkung: Trotz eine nachhaltigen grünen Ausrichtung bei Vireo können inhaltliche Fehler in unseren Texten vorkommen. Da Vireo mit der Rubrik „Was ist eigentlich …?“ aufklären und informieren möchte, sind wir für jeden Hinweis zur Verbesserung der Inhalt dankbar. Bitte kontaktieren Sie uns, um zur Verbesserung beizutragen.

Christian Allner

Christian Allner

Schrift-Architekt bei Schrift-Architekt.de
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