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Die Fahrrad-Autobahn

Geh beiseite, Fahrradwege! Platz daaaaaa!!! Deutschland tritt in die Pedale und eröffnete seine erste Schnellstraße nur für Fahrräder. Ein gut fünf Kilometer langes Stück geschützter Fahrbahn, welche für Autos und andere motorisierte Fahrzeuge geschlossen ist. Im Gegensatz zu einem traditionellen Fahrradweg, der nur durch Farbe auf dem Asphalt abgetrennt ist, ist eine Fahrradstraße eine vollständig separate Fahrbahn, auf der Fahrradfahrer entlangrollen können ohne sich die geringsten Sorgen um den Autoverkehr machen zu müssen.

Deutschlands Fahrradstraße befindet sich gerade erst am Anfang. Die bestehende fünf Kilometer lange Strecke soll verlängert werden, um ein über 100 km langes Autofreies Fahrradreisen zu ermöglichen. Die Fahrradstraße ist in erster Linie als Unterstützung für Fahrradpendler gedacht, da die Route zehn große Städte inklusive Duisburg, Bochum und Hamm, sowie vier Universitäten miteinander verbinden soll. Stillgelegte Eisenbahntrassen in der industriellen Ruhrregion werden in breite, nur für Räder zugelassene Fahrbahnen umgewandelt und holen somit das Beste aus der bereits vorhandenen Infrastruktur raus. Eine Arbeitsgruppe des RVR (Regionalverband Ruhr) beschäftigt sich mit diesem Projekt und hat eine Nutzungsstudie durchgeführt, welche feststellte, dass die neue Fahrradstraße 50.000 Autos täglich von der Straße holen könnte, da fast zwei Millionen Menschen innerhalb von zwei Streckenkilometern wohnen.

Europas erste Fahrradstraße wurde Anfang des Jahres in London genehmigt und weitere sind bereits in Holland und in Dänemark in Arbeit. Fahrradstraßen sind in der Regel um die vier Meter breit und enthalten Überholspuren, sowie Über- und Unterführungen an Kreuzungen. Genauso wie Straßen die für den PKW- Verkehr gedacht sind, haben die Fahrradstraßen ihre eigene Straßenbeleuchtung und werden im Winter von Schnee befreit. Der zusätzliche Verkehrsweg in Deutschland hatte eine Anzahl an Hürden zu meistern, speziell wenn es zum Thema der Finanzierung kommt, aber der Grund für diese Schwierigkeiten ist einzigartig. Während die Bundesregierung normalerweise für Verkehrs- und Wasserwege verantwortlich ist, fällt die Verwaltung der Fahrradinfrastruktur in den Zuständigkeitsbereich der lokalen Behörden.

„Ohne (staatliche) Unterstützung würde das Projekt keine Chance haben.“ sagte Martin Tönnes von der Arbeitsgruppe des RVR. Er sagt, dass die lokalen Landesregierungen Schwierigkeiten mit der Bezahlung für Instandhaltung, Beleuchtung und Schneebeseitigung hätten. Glücklicherweise ist bereits ein Antrag in Arbeit, um 180 Millionen Euro an Fördergeldern von der Bundesregierung für die gesamte 100 km-Strecke zu erhalten.

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